Unsere Geschichte

150 Jahre FFW Offenberg

Die Geschichte der Feuerwehr Offenberg reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Das älteste im Gemeindearchiv erhaltene Dokument stammt vom 8. Februar 1863 und enthält eine Aufstellung der vorhandenen Löschgeräte wie Leitern, Feuerhaken und Eimer. Bereits damals erkannte man die Notwendigkeit einer organisierten Brandbekämpfung. Im Januar 1870 wies das königliche Bezirksamt Deggendorf die Gemeinde auf die zunehmende Zahl von Bränden hin. Als Hauptursache wurde das Fehlen schlagkräftiger Löschmannschaften genannt. Daraufhin verpflichtete man in jeder Ortschaft der Gemeinde mehrere Männer zum Dienst bei der Brandbekämpfung. Auch die örtlichen Zimmerleute wurden angewiesen, bei Bränden mit ihren Werkzeugen tatkräftig zu helfen.

1873 berichtete Bürgermeister Billmeier, dass die Vorraussetzungen zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr noch unzureichend seien. Es standen lediglich zwei Handfeuerspritzen, mehrere Feuerhaken und Löscheimer zur Verfügung. Die Geräte waren auf verschiedene Anwesen in Neuhausen, Offenberg, Wolfstein, Hubing und Kleinschwarzach verteilt, um im Ernstfall schnell einsatzbereit zu sein. Regelmäßige Übungen waren aufgrund der landwirtschaftlichen Verpflichtungen der jungen Männer nur schwer möglich. Dennoch wurden geeignete Männer bestimmt und ihnen ihre Pflichten übertragen.

In den folgenden Jahren verstärkten sich die Bemühungen zur endgültigen Organisation einer freiwilligen Feuerwehr. Am 14. Januar 1877 beschloss der Gemeinderat die Anschaffung einer modernen Saug- und Druckspritze, 200 Metern Schlauchmaterial sowie der notwendigen Verschraubungen. Baron von Eichthal unterstützte das Vorhaben maßgeblich, indem er sich bereit erklärte, die Gerätschaften in seinem Schloss unterzubringen. Im Februar 1877 leistete er zudem eine Abschlagszahlung für die erste "Löschmaschine".

Am 25. Februar 1877 wurde schließlich die Freiwillige Feuerwehr Offenberg gegründet. Im Gründungsjahr zählte sie bereits 67 Mitglieder und war damit die einzige Feuerwehr der Gemeinde. Frau Baronin von Eichthal stiftete als besonderes Gründungsgeschenk eine eigenhändig gefertigte Standarte. Zum ersten Kommandanten und Vorstand wurde Josef Zauner aus Neuhausen gewählt. Die verabschiedeten Statuten regelten Zweck und Organisation des Vereins. Ziel war die geordnete Hilfe bei Feuergefahr. Die Mitglieder verpflichteten sich zu Disziplin, Ausbildung und genauer Befolgung der Dienstinstruktionen. Die Mannschaft gliederte sich in Steiger, Spritzmänner und Retter. Vorraussetzung für die Aufnahme waren ein unbescholter Ruf, das vollendete 18. Lebensjahr sowie körperliche Eignung.

Eine Inspektion des Bezirksverbandes Deggendorf im Jahr 1882 zeigte, dass weiterhin an der Verbesserung der Organisation gearbeitet werden musste. So wurde angemahnt, mit der neu angeschafften Dachleiter regelmäßig zu üben, dem Signalwesen größere Aufmerksamkeit zu schenken und einen Signalisten mit Signaltrompete aufzustellen. Da es noch keinen Sprechfunk gab, war die sichere Beherrschung der verschiedenen Signale für einen geordneten Einsatz von größter Bedeutung. Zudem sollte die Mannschaft vollständig uniformiert werden.

Im Jahr 1896 kam es zu einer bedeutenden Veränderung: Die Neuhausener Mitglieder lösten sich aus der Offenberger Feuerwehr und gründeten unter Kommandant Alois Ebner ihre eigene Freiwillige Feuerwehr Neuhausen. Das Kommando in Offenberg übernahm daraufhin Jakob Loibl aus Kleinschwarzach. Die Trennung führte jedoch zu Streitigkeiten über mitgenommene Ausrüstungsgegenstände. Am 5. März 1897 reichte Feuerwehr Offenberg Klage beim königlichen Amtsgericht Deggendorf ein und forderte die Herausgabe verschiedener Ausrüstungsstücke, darunter Helme, Blusen, Gurte, Beile, Hupen und weitere Gegenstände.

Am 10. Juni 1897 wurde das Urteil gesprochen: Die Klage der Offenberger Feuerwehr wurde abgewiesen, sodass die Neuhausenener die strittigen Ausrüstungsgegenstände behalten konnten. Der Bezirksausschuss sicherte jedoch zu, der Feuerwehr Offenberg im folgenden Jahr einen Zuschuss von 50 Mark zu gewähren. Nachdem der Rechtsstreit beigelegt war, beruhigten sich die Gemüter wieder.

Ein weiterer Höhepunkt in der früheren Geschichte war das 25-jährige Grundungsfest im Juli 1902. In diesem Rahmen wurde die erste eigenen Fahne feierlich geweiht. Bis dahin hatte man lediglich die Standarte aus dem Gründungsjahr 1877 besessen. Über den genauen Ablauf der Fahnenweihe existieren zwar keine detaillierten Aufzeichnungen, jedoch sind die Einnahmen und Ausgaben dokumentiert. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden aus der Ortschaft Offenberg, aus Metten sowie durch Zuwendungen von Baron von Eichthal, Graf von Hohenthal und Graf von Preysing. Die Ausgaben umfassten unter anderem die neue Fahne, Fahnenbänder, Pulver zum Salutschießen sowie Kosten für Musik und Feierlichkeiten.

Diese frühen Jahrzehnte zeigen eindrucksvoll, wie sich aus zunächst einfachen Mitteln, beharrlichem Engagement und gemeinschaftlichem Zusammenhalt eine leistungsfähige Feuerwehr entwickelte. Trotz organisatorischer Herausforderungen, finanzieller Belastungen und zwischenzeitlicher Konflikte blieb das Ziel stehts gleich: der Schutz der Bevölkerung und der Einsatz für die Sicherheit der Gemeinde Offenberg.

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